{"id":142,"date":"2017-11-27T09:46:00","date_gmt":"2017-11-27T08:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/duckstones.de\/?p=142"},"modified":"2018-10-11T16:45:13","modified_gmt":"2018-10-11T14:45:13","slug":"urlaubmitr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/duckstones.de\/?p=142","title":{"rendered":"Urlaub mit R."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">B.J.<br \/>\nNetzwerker<br \/>\n28. Oktober 2015<\/p>\n<p>.<br \/>\n&#8230; Von der Unf\u00e4higkeit im Allgemeinen und Speziellen?<\/p>\n<p>Es erscheint so einfach, jetzt wo all das wie geschnitten Brot l\u00e4uft, was \u00fcber ein halbes Menschenleben lang so m\u00fchsam, um nicht zu sagen erm\u00fcdend und frustrierend verlief. In der Retrospektive unserer kurzen und doch so intensiven Zeit, frage ich mich, warum es fr\u00fcher oft so schwer fiel, sich so zu geben und zu verhalten, wie es dem eigenen Naturell entspricht. Es schleicht sich hier der Verdacht ein, &#8211; der nat\u00fcrlich absurd ist &#8211; , dass man sich selber verstellte, ein Bein quasi stellte, sich gar absichtlich au\u00dferhalb der eigene Emotionen begab, nur um nicht zum Kern der Sache, zum eigenen ICH vorzudringen. In Wahrheit doch war da immer ein Block, ein Bollwerk aus Angst zu versagen, aus Angst wieder nicht zu gen\u00fcgen, nicht nur dem anderen, nein auch sich selbst. Es macht mich beinahe rasend zu begreifen, jetzt mit 60 Jahren zu begreifen, zu sehen, wie vernagelt ich war, wie vernagelt die Situationen, die in Summe sich immer mehr zu einem Gebirge aus Frust auft\u00fcrmten.<\/p>\n<p>Die eigene Sprachlosigkeit erscheint mir wesentlich zu sein f\u00fcr manches dieser frustrierenden Erlebnisse im Verlauf meiner Jugend. Da war der Urlaub mit R., eine rastlose Fahrt im R4 durch S\u00fcdfrankreich. Liebe im Zelt und unter freiem Himmel h\u00e4tte es werden k\u00f6nnen. Wir waren jung und unabh\u00e4ngig, zwar nicht besonders verliebt in einander, aber bereit f\u00fcr den anderen im speziellen, das andere Geschlecht im Allgemeinen. Wir starteten ohne irgendeinen Ballast aus der gemeinsamen Vorvergangenheit. Wir hatten uns schon einige Male am Rande d\u00f6rflicher Partys getroffen, geknutscht, gefummelt, aber zu mehr war es nie gekommenen. Und nun hatten wir drei Wochen Zeit, uns auszuprobieren. H\u00e4tten Zeit und Gelegenheit gehabt , w\u00e4re es besser zu sagen. Ich war unter der warmen Sonne der Camargue nicht in der Lage, locker mit R. zu flirten, ihr Komplimente zu machen, mich ihr spielerisch zu n\u00e4hern. Statt dessen verlief es so, wie bei meinen Eltern in der fr\u00fchen Zeit des Deutschen Wirtschaftswunders. Also in den sp\u00e4ten 1950zigern und den fr\u00fchen 1960zigern.<\/p>\n<p>Als Kind schlief ich bis zum 10. Lebensjahr im Schlafzimmer meiner Eltern mit. Zwar im eigenen Bett, aber nah genug, um das ein oder andere mal mitzukommen, wie sich mein Vater im dunklen Zimmer unter die Bettdecke meiner Mutter zu schieben versuchte. Er sagte dann so Sachen wie &#8222;komm las mich mal&#8220;, und meine Mutter wies ihn immer ab, versuchte ihn ganz offensichtlich abzuwimmeln. Nicht ein einziges Mal ist mir so etwas wie lustvolles Bettgefl\u00fcster zu Ohren gekommen. Weder von meinem Vater, noch von meiner Mutter, noch von beiden gemeinsam.<\/p>\n<p>So \u00e4hnlich war es auch in S\u00fcdfrankreich mit R. Abends, wenn es dunkel geworden war und schon etwas k\u00fchl, schl\u00fcpften wir in unserem kleinen Zelt jeweils in den eigenen Schlafsack und dann nach einiger Zeit, versuchte ich stumm (!), mir am oberen Rand des Schlafsack von R. mit den Finger zu schaffen zu machen. Was wollte ich? Vermutlich K\u00f6rperkontakt. Aber wie sollte das gelingen. Mir fehlte die Sprache, fehlten die Worte, mir fehlte die Erfahrung, mir fehlte das Selbstvertrauen zu mir selbst und zu meinem K\u00f6rper. Ich fand mich selber nicht sonderlich attraktiv, im Gegenteil, ich sch\u00e4mte mich eher f\u00fcr meinen K\u00f6rper. Nicht weil er etwa unf\u00f6rmig oder zu dick gewesen w\u00e4re, nein haupts\u00e4chlich wegen meiner Haut. Ich empfand sie als rau, spr\u00f6de und schuppig, eben unattraktiv. Meine Ann\u00e4herung an R. waren, ja wie waren sie eigentlich. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-176 alignleft\" src=\"http:\/\/duckstones.de\/wp-content\/uploads\/0FD1EA39-D49E-42EE-8CA9-7A41FA06AB8D-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/uploads\/0FD1EA39-D49E-42EE-8CA9-7A41FA06AB8D-150x150.jpeg 150w, https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/uploads\/0FD1EA39-D49E-42EE-8CA9-7A41FA06AB8D-324x324.jpeg 324w, https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/uploads\/0FD1EA39-D49E-42EE-8CA9-7A41FA06AB8D-100x100.jpeg 100w\" sizes=\"(max-width: 150px) 85vw, 150px\" \/>Es gelang mir nicht ihren K\u00f6rper zu erforschen, ihren Hals zu k\u00fcssen, ihre Schultern zu liebkosen, ihre Br\u00fcste in die Hand zu nehmen &#8230; ihr Feuchtgebiet zwischen ihren Schenkeln war vermintes Feindesland. War es dort \u00fcberhaupt feucht? Ich wei\u00df es nicht (mehr). Sie war ebenso stumm wie ich und fummelte ebenso ungeschickt und unerfahren an mir herum. Kurz und gut, wir waren nicht in der Lage uns durch Lachen, Scherzen, ein Glas Wein oder lauschige Musik aus dem Rekorder aus dieser nur denkbar tr\u00fcbsinnigen Stimmung zu befreien. Im Gegenteil: eines nachts war es so weit gekommen, dass sie meinen Schwanz in ihrer Hand hatte und ich sie darauf hin fragte, ob wir es \u201emachen\u201c sollten und ob sie die Pille nehmen w\u00fcrde. \u201eNein\u201c, sagte sie, dazu h\u00e4tte es f\u00fcr sie bisher keine Notwendigkeit gegeben. &#8222;Ach so?!?!&#8220;, war meine Antwort. Damit war das Thema &#8222;Beischlaf&#8220; hinreichend er\u00f6rtert. Alternativen dazu kannten wir ganz offenbar nicht. Als wenn das nicht schon genug gewesen w\u00e4re, musste ich noch eins drauf setzen. Ihr Versuch mich mit der Hand zu &#8222;begl\u00fccken&#8220;, quittierte ich mit der unm\u00f6glichen Bemerkung, da\u00df ich das selber besser k\u00f6nne. Augenblicklich bereute ich diesen Satz, aber er war in der Welt, er hing in unserem Zelt wie eine Giftwolke. Ich habe diesen Satz nie vergessen k\u00f6nnen, aber auch bis heute auch noch mit jemandem dar\u00fcber gesprochen. Auch nicht mit R. selber. Viele Jahre sp\u00e4ter traf ich mich noch einmal mit R. in einem Lokal in Frankfurt&#8217;s Szeneviertel auf der Berger Stra\u00dfe. Sie lebte seit vielen Jahren allein im Speckg\u00fcrtel des Rhein-Main Gebietes, ich glaube in Dreieich. Ich arbeitete damals in einem Projekt in Frankfurt und hatte mir f\u00fcr den Abend vorgenommen, mich f\u00fcr diesen einen Satz zu entschuldigen. Aber dazu kam es nicht. Das Klima zwischen uns war an diesem &#8222;Wiedersehensabend&#8220; (nach vielleicht 20 Jahren) nicht dazu angetan, mich f\u00fcr meinen ungeheuerlichen Satz zu entschuldigen. Leider.<\/p>\n<p>****** Deine Meinung in Form eines Ranking 1-5 Sterne<br \/>\n<span id=\"post-ratings-142\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"20678fe475\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_142_1\" src=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars_crystal\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(142, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4.5, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_142_2\" src=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars_crystal\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(142, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.5, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_142_3\" src=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars_crystal\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(142, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.5, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_142_4\" src=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars_crystal\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(142, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.5, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_142_5\" src=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars_crystal\/rating_half.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(142, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.5, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>4<\/strong> Abstimmungen, im Durchschnitt:<strong>4,50<\/strong> von5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_142_text\"><\/span>ratings<\/span><span id=\"post-ratings-142-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/duckstones.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B.J. 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