{"id":241,"date":"2019-02-15T09:56:30","date_gmt":"2019-02-15T08:56:30","guid":{"rendered":"https:\/\/duckstones.de\/?p=241"},"modified":"2019-02-15T10:00:52","modified_gmt":"2019-02-15T09:00:52","slug":"wie-alles-begann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/duckstones.de\/?p=241","title":{"rendered":"Wie alles begann&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:right\">B.J.<br>Netzwerker<br>28. Oktober 2015<br><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;eine fast unglaubliche LiebesGeschichte<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchjahr 2017<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nehme den roten Parfum\ufb02acon in die Hand und verspr\u00fche einen Hauch von Duft. Und sofort ist sie wieder da, die Erinnerung. Die Erinnerung an die erste Begegnung mit einer mir fremden Frau. Die Erinnerung an eine zuf\u00e4llige Begegnung bei Gosch im Hamburger Bahnhof. Die Erinnerung an eine sofortige und unmissverst\u00e4ndliche Vertrautheit, wie sie mir nie zuvor bei einer ersten Begegnung passiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon die ersten Gesten, die ersten Worte, die erste Nase voll &#8222;Du&#8220; vermitteln mir eine gro\u00dfe N\u00e4he, ein Urvertrauen. Unsere K\u00f6rper und Seelen scheinen sich anzuziehen, Sie saugen einander auf wie ein ausgetrockneter Schwamm unter den Tropfen eines ergiebigen Sommerregen. Es ist Dezember und ungem\u00fctlich na\u00dfkalt in der Hansestadt &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Orba, Dezember 2014<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorweihnachtlichen Wochen sind warm, ungew\u00f6hnlich warm auch im sonnenverw\u00f6hnten Orba. Du nutzt jede Gelegenheit, die dir Christa l\u00e4\u00dft, um ein Sonnenbad am Pool zu nehmen. Deine N\u00e4chte sind sehr anstrengend in diesen Wochen. Christa l\u00e4\u00dft nur wenig Schlaf zu und verlangt viel Aufmerksamkeit. Tags\u00fcber, wenn Christa in ihrem Sessel unter dem Sonnenschirm sitzt und irgendwie so s\u00fc\u00df aussieht mit ihrem Sonnenhut, denkst du an Weihnachten. Du freust sich auf Tante Nelly und ein paar ruhige Tage in Hamburg. Deine Familie meint es zur Zeit nicht gut mit dir. Dennoch hast du vor, wenigsten f\u00fcr einen Tag zu den Enkeln nach Geilenkirchen zu fahren. Vieles geht dir durch den Kopf, vieles ist noch zu erledigen. Die Scheidung dauerte nun schon \u00fcber Jahre und immer noch kein Ende in Sicht. Immer neue Einw\u00e4nde und immer wieder Zeitschinden. Am zweiten Weihnachtstag wird du nach Alicante fahren und den Flieger nach Hamburg nehmen, am Samstag dann mit der S-Bahn in die City und etwas Weihnachtstrubel nachholen. Du liebst Weihnachtstrubel. Vielleicht hat ja der Weihnachtsmarkt am Rathausmarkt noch ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Frankfurt, Dezember 2014<\/p>\n\n\n\n<p>Mein neues Projekt in Frankfurt hat am 1. Dezember begonnen. Es f\u00fchlt sich noch alles sehr unwirklich an. Die neue Stadt, die neuen Kollegen, die neue Aufgabe. Dazu regnet es viel in diesen Wochen in Frankfurt und es ist eigentlich immer dunkel. Morgens, wenn ich das Hotel verlasse, ist es dunkel und abends, wenn ich zur\u00fcck komme schon wieder. Ich vermisse den Hof, meine Tiere, denke viel an sie und hoffe, dass Martha mit allem zurecht kommt, wenn ich auf &#8222;Montage&#8220; bin, wie ich nenne und sie bei mir zuhause einh\u00fctet. Vieles kommt zusammen in diesen Wochen. Ich bin seit l\u00e4ngerer Zeit mit allem allein auf dem Hof nach der letztendlich doch pl\u00f6tzlichen Trennung. \u00dcberfallartig hat sie ihre Sachen gepackt und ist verschwunden. Ich habe mich sch\u00fctteln m\u00fcssen, wie ein begossener Pudel, war einige Tage sehr benommen. Aber ich will mich nicht verstecken, unterkriegen lassen und bin ziemlich schnell wieder zuversichtlich und bereit f\u00fcr neues, zumindest beru\ufb02ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachtlich ist mir nicht zumute in diesen ersten Wochen in Frankfurt. Ich bin allein auf den Weihnachtsmarkt am Frankfurter M\u00fcnsterplatz gegangen zwischen all die leutseeligen Gr\u00fcppchen von Menschen. Es macht nicht wirklich Spa\u00df. Eine echte Familie gibt es zur Zeit f\u00fcr mich nicht. Meine Tochter zieht es nicht zu mir, meine Stiefs\u00f6hne ohnehin nicht. So bereite ich mich auf eher triste Weihnachten am Hof vor. Am Samstag nach Weihnachten werde ich mir ein paar Stunden Gro\u00dfstadt geben und nach Hamburg fahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hamburg, 27. Dezember 2014<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe Durst und freue mich auf einen Cappuccino bei Gosch im Bahnhof, bevor ich zur\u00fcck fahre nach Bremerv\u00f6rde. Gosch ist gut besucht, wie so oft. Kein freier Tisch. In der Ecke unter dem Fernseher sitzt an einem Dreiertisch jemand. Eine Frau, alleine wie es scheint. Alle anderen Tische sind mit zwei oder mehr Personen besetzt. Ich frag mal, ob ich mich dazu setzen kann, denke ich. Das mache ich nicht gern und auch nicht oft. Aber ohne Cappuccino will ich heute nicht in den Zug steigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie schaut auf. Ja gern, sagt sie und weist mit der Hand auf den freien Platz neben sich. Ein angenehmer Duft umgibt sie. Ihre H\u00e4nde fallen mir sofort auf und ihre ungew\u00f6hnliche Br\u00e4une im Gesicht. Waren Sie in Urlaub? Wir kommen ins Gespr\u00e4ch. Wor\u00fcber? Ich wei\u00df es nicht mehr. Die Welt um uns herum scheint zu verschwimmen, sich aufzul\u00f6sen. Wir sitzen nebeneinander, \u00fcber Eck an einem schlichten Holztisch, lachen, scherzen und erz\u00e4hlen v\u00f6llig unbefangen aus unseren Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schaue auf die Uhr. Jetzt w\u00e4re es an der Zeit aufzubrechen. Mein Zug geht in einigen Minuten. Aber ich kann unm\u00f6glich einfach aufstehen und zum Zug gehen. Jetzt. Einfach so. Als w\u00e4re da nichts. Da es Mittagszeit ist, frage ich sie, ob sie Lust h\u00e4tte, mit mir zu einem Hamburger Traditionslokal ganz in der N\u00e4he auf der M\u00f6nckebergstra\u00dfe auf einen Imbiss zu gehen. Sie hat. Wir verlassen den Bahnhof, queren die vierspurige Stra\u00dfe und sind in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Ich biete ihr meinen Arm an, sie hakt sich unter und so gehen wir &#8211; Ich aus Steinfeld und Du aus Orba &#8211; zuerst zum Fischessen zu Daniel Wischer, dann her\u00fcber in die Speicherstadt in die Kaffeemanufaktur, dann auf den Weihnachtsmarkt am Rathaus und schlie\u00dflich im Portugieserviertel in der N\u00e4he der Englandf\u00e4hre in ein Restaurant &#8230;. ich glaube, wir grinsen beide bis an die Ohren. Immer und unabl\u00e4ssig. Schon die Bedienung bei Wischer sieht uns an, l\u00e4chelt wie eine Wissende, die Menschen in der Kaffeemanufaktur sehen uns an, wohlwollend und zustimmend, es ist unbeschreiblich. Wie kann es sein, dass zwei Menschen so unvermittelt aufeinandertreffen und sich so vertraut f\u00fchlen. Vor einer Minute wussten wir nichts voneinander, nicht einmal das es den anderen gibt. Jetzt ber\u00fchre ich Dich sachte und z\u00f6gerlich am Arm, erfasse deine Hand und dr\u00fccke sie sanft an meine Lippen. Du l\u00e4\u00dft es geschehen. So vertraut, so unbeschreiblich vertraut. &#8222;Ich kann dich gut riechen&#8220; ist ganz offenbar mehr als eine Redewendung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit ver\ufb02iegt. Mein letzter Zug zur\u00fcck nach Bremerv\u00f6rde geht gegen neun, deine S-Bahn nach Quickborn f\u00e4hrt alle halbe Stunde. Ich bringe dich zu deinem Gleis. Eine zarte, aber innige Umarmung, ein zarter Kuss, noch schnell eine Nase voll von deinem Duft, von dir. Dann mu\u00df ich laufen, um meinen Zug nicht zu verpassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin beschwingt, betr\u00fcbt, benebelt, gl\u00fccklich bis in die Fingerspitzen, wei\u00df nicht wohin mit mir und meinen Gef\u00fchlen. Werde ich dich wiedersehen? Wann? Wo? Wie? So schnell wie es begann, ist es auch wieder vorbei. Komplett abrupt. Was bleibt ist dein Duft und eine Handynr. Es ist immer noch kalt und ungem\u00fctlich in Hamburg. Die R\u00fcckfahrt verl\u00e4uft wie in Trance.<\/p>\n\n\n\n<p>Steinfeld, 28. Dezember 2014<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag w\u00e4hle ich die Nummer, rufe dich an. Mein Herz pocht. Es klingelt. Oft, zu oft? Endlich meldest du dich. Dir geht es schlecht. Das Essen beim Portugieser. Oder die Aufregeung. Du hast die Fahrt zu deinen Enkeln f\u00fcr heute verschoben. Ich fasse mir ein Herz und biete dir an, dich abzuholen mit dem Auto. Du k\u00f6nntest dich bei mir am Hof ein paar Tage erholen und ich k\u00f6nnte dir meinen Hof zeigen. Nach kurzem Z\u00f6gern kommt deine Antwort. &#8222;Ja&#8220;. Einfach nur Ja&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B.J.Netzwerker28. Oktober 2015 &#8230;eine fast unglaubliche LiebesGeschichte Fr\u00fchjahr 2017 Ich nehme den roten Parfum\ufb02acon in die Hand und verspr\u00fche einen Hauch von Duft. Und sofort ist sie wieder da, die Erinnerung. Die Erinnerung an die erste Begegnung mit einer mir fremden Frau. Die Erinnerung an eine zuf\u00e4llige Begegnung bei Gosch im Hamburger Bahnhof. Die Erinnerung &hellip; <a href=\"https:\/\/duckstones.de\/?p=241\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWie alles begann&#8230;\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":244,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/241"}],"collection":[{"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=241"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/241\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":243,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/241\/revisions\/243"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=241"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/duckstones.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}