{"id":84,"date":"2016-04-04T11:23:26","date_gmt":"2016-04-04T09:23:26","guid":{"rendered":"http:\/\/duckstones.de\/?p=84"},"modified":"2018-10-08T09:15:20","modified_gmt":"2018-10-08T07:15:20","slug":"leben-im-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/duckstones.de\/?p=84","title":{"rendered":"Leben im Netz &#8230;."},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">B.J.<br \/>\nNetzwerker<br \/>\n4. April 2016<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Leben im Netz&#8230;<br \/>\n&#8230; oder ein Leben ohne Netz<\/p>\n<p>Ein Leben ohne Netz ist denkbar, aber sinnlos. In Anlehnung an Loriots viel zitiertem Ausspruch beginne ich den heutigen Montag ohne Netz. Freiwillig? Nein ganz und gar nicht. Vorausgegangen ist eine noch andauernde Auseinandersetzung mit 2&#215;4, einem bekannten Deutschen Internetprovider und Telekomanbieter. Es begann mit einer harmlosen Werbemail einer Tochterunternehmung von 2&#215;4, der ebenfalls bekannten WAB.de. Ein verlockendes Angebot exklusiv nur f\u00fcr mich und nur bis zum Monatsende &#8230;. Wir kennen diese Art Mail alle (zu Gen\u00fcge). Da hab ich dann mal geklickt und versucht, die Details zu ergr\u00fcnden. &#8230; Am Ende hatte ich telefonisch einen Tarifwechsel beauftragt, der sich schon f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter, als die Best\u00e4tigungsmail kam, als absolute Niete herausstellte. Nicht nur das. Der clevere Verk\u00e4ufer hatte mich mit Falschaussagen und Halbwahrheiten in sein Netz gelockt &#8230;. Da sa\u00df ich nun und es begann eine Vertreibung aus dem Paradies, meine Vertreibung. Nicht sofort und nicht so unmissverst\u00e4ndlich wie damals bei Adam und Eva, aber nicht weniger systematisch. Mein sofortiger Anruf bei 2&#215;4 und der Versuch die ganze Sache schlicht und ergreifend zu stornieren scheiterte daran, dass die Stornoabteilung nicht besetzt sei &#8230;. Aber nach den Feiertagen ( es war Ostern) w\u00fcrde man mir helfen.<\/p>\n<p>Vier Uhr zehn&#8230; Der Wecker ist p\u00fcnktlich, wie immer an den Montagen, an denen ich in die Ehemalige Hauptstadt fahre, um die Br\u00f6tchen zu verdienen, die man bekanntlich zum Leben braucht, wie das Netz, an das wir glauben und in dem wir uns wie selbstverst\u00e4ndlich bewegen. Noch vor dem n\u00e4chtlichen oder morgendlichen Toilettengang, die diesmal beide genau zusammenfielen, was mir sehr recht war, nahm ich mein iPad vom Nachttisch und schlug EINSTELLUNGEN auf &#8230;. Netz war da. Hatten sie es also doch nicht gewagt &#8230;. Sekunden sp\u00e4ter wechselte die Anzeige auf &#8222;kein Netz&#8220;. Also doch. Diese Schwe&#8230;<\/p>\n<p>Aber ist ja nur halb so schlimm. Hier zu Hause in meinen vier W\u00e4nden hab ICH doch die Oberhoheit. MEIN LAN bzw MEIN WLAN funktionieren doch ohne Netz von 2&#215;4&#8230;..oder etwa nicht? Leise Zweifel kamen auf. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang zwischen SIM und WLAN und Fritzbox und 2&#215;4. neeeiiiin gibt es nicht. Zumindest bei mir zu Hause nicht. Also schrieb ich wie gewohnt nach der erstes Tasse Kaffee und einem Br\u00f6tchen, nein es war ein Vollkornbrot, die Br\u00f6tchen wollte ich erst noch verdienen heute in der ExHauptStadt am Rhein, meiner Frau einen morgendlichen Gru\u00df in die Tasten und schickte ihn per WhatsApp durch das Netz, das die Welt umspannt, zu ihr auf den Nachttisch, der circa 2000km entfernt an der CostaBlanca steht. Normalerweise hoffte ich dann immer darauf, dass nicht gleich die beiden blauen H\u00e4kchen erscheinen, die signalisieren, dass sie wach geworden und auch schon um 4:39 bereit ist, ihrerseits liebste Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fcsse durch das gleiche Netz zu schicken, das die Welt umgarnt. Sie sollte lieber noch etwas weiter schlafen. Aber heute wartete ich auf die beiden Blauen Br\u00fcder, so als Zeichen meiner Macht \u00fcber das Netz oder wenigstens einen Teil davon. Die Br\u00fcder blieben grau.<\/p>\n<p>Die Fahrt durch die Nacht, die mir diesmal wieder viel dunkler vor kam als am letzten Montag, w\u00fcrde auch ohne Netz reibungslos ablaufen, da ich die Strecke gut, um nicht zu sagen sehr gut kenne. Es begann zu regnen. Ich schaltete die Scheibenwischer ein und freute mich dar\u00fcber, dass ich nichts h\u00f6rte, nichts au\u00dfer dem nassen Sound der Reifen und die morgendlichen Songs meines Lieblingssender, hatte ich doch vor einigen Wochen das Gest\u00e4nge meiner Scheibenwischeranlage von Hans austauschen lassen. Wie viele Jahre hatte ich das extrem unangenehme Knallen der Wischer ertragen, das bei jedem Zyklus von links nach rechts und zur\u00fcck von rechts nach links meine Ohren qu\u00e4lte und mich jedesmal dazu verleitete, die Wischer entweder gar nicht, erst sehr sp\u00e4t, wenn ich schon nichts mehr sehen konnte, oder wenigstens in der Intervall Stellung einzuschalten, nur um dieses ewige Knallen der Wischerbl\u00e4tter auf dem Rand der Windschutzscheibe links oder der Wischerparkstellung unten nicht so oft h\u00f6ren zu m\u00fcssen. Die 157 Euro, die die Reparatur gekostet hatte, waren Cent f\u00fcr Cent sehr gut angelegt. Lautlos gleiten nun die Bl\u00e4tter, die im \u00fcbrigen auch neu sind und \u00fcber 40\u20ac gekosten haben, \u00fcber die Windschutzscheibe, hinterlassen, wie Hans es nennt, ein &#8222;ordentliches Wischerbild&#8220; und arbeiten in allen Stellungen vorz\u00fcglich. Das Auto ist dadurch fast wie neu, obwohl es schon 18 Jahre alt und bald 400000 km gelaufen ist. Aber das ist eine andere Geschichte. Das Gest\u00e4nge war ausgeschlagen, zuerst nur etwas, kaum bemerkbar, nicht immer zu h\u00f6ren, irgendwie auch abh\u00e4ngig von Grad des Regenschauer, vom Grad der Verschmutzung der Scheibe. Aber mit der Zeit wurde es lauter, regelm\u00e4\u00dfiger, eben verl\u00e4sslich. Das Knallen geh\u00f6rte dazu. Und da ich das Auto nicht allzu oft fuhr, ertrug ich es. Vielleicht war ich auch zu geizig. Wer wusste schon wie aufwendig die Reparatur sein w\u00fcrde. Jetzt freute ich mich fast schon, als es zu regnen begann, an diesem Montag Morgen gegen f\u00fcnf in der Fr\u00fch. Und jetzt fiel es mir auch ein, warum es so finster war heute morgen. Die gottverdammte Zeitumstellung am vergangenen Samstag war Schuld daran. Genauso sinnlos, wie das jahrelange Knallen der Wischer, ertragen wir alle diese Prozedur zweimal im Jahr. Kaum einer mag sie, viele verw\u00fcnschen sie, aber alle ertragen sie. Die Zeitumstellung.<\/p>\n<p>Kurz nach f\u00fcnf erreiche ich den Hauptbahnhof in Bremen. Ich kaufe mir ein Br\u00f6tchen mit Ei und K\u00e4se beim B\u00e4cker am Westausgang, dem Ausgang zum Bremer Freimarkt, und einen Becher frischen Saft am anderen Ende der Unterf\u00fchrung, am eigentlichen Haupteingang des Bahnhof. Das Bild hat sich hier nach meinem Empfinden wieder normalisiert. Einige Montage lang waren mir die vielen fremd aussehenden Menschen ins Auge gefallen. Es hatte mich an meine Zeit in Frankfurt erinnert, wo einem auf der Zeil immer, zu jeder Zeit Menschen aus aller Herren L\u00e4nder mit den unterschiedlichsten Hautfarben, Sprachen und Kleidungsstilen begegneten. Hier in Bremen fiel mir auf, da\u00df alle immer und st\u00e4ndig im Netz unterwegs waren. Dieses weltumspannende Netz war den vielen Fl\u00fcchtlingen sicher eine gro\u00dfe Hilfe, den Kontakt untereinander und mit Freunden und der eigenen Familien zu halten. Meine de-aktivierte SIM-Karte bekam sofort eine andere Bedeutung. W\u00e4re ich auf der Flucht und h\u00e4tte mir 2&#215;4 den Weg aus dem Netz gewiesen, h\u00e4tte es die Trennung von meiner Frau, meinem Kind, meinen Freunden, meinem Schlepper, meinem Leben bedeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8222;Notruf m\u00f6glich&#8220; steht unten auf dem Display meines Smartphone. Also bin ich doch im Netz, sonst ginge auch kein Notruf. Wenn ich doch im Netz bin, bin ich auch ortbar, ortbar f\u00fcr die anderen. Sie verfolgen meine Wege, wenn sie wollen, sperren mich aber aus von der Nutzung des Netzes. Und das obwohl ich einen Vertrag habe, meine Rechnungen immer bezahle, seit 20 Jahren die gleiche Mobilfunknummer besitze, immer im Besten Netz zu Hause war. Sie wollen mich aus meinem Paradies vertreiben, aus dem Paradies in das sie mich vor Jahren gelockt hatten. Freephone. Und da ich ein eher treuer Zeitgenosse bin, bin ich immer noch Freephone-Kunde. Inzwischen gibt es diesem Vertrag nicht mehr im Angebot der 2&#215;4 AG. Im Gegenteil. Schon seit l\u00e4ngerem sp\u00fcre ich, wie sie immer wieder versuchen, mich zum Vertragswechsel zu animieren. Erfolglos bisher. Jetzt haben sie es mit \u00fcblen Tricks versucht. Halbwahrheiten und Fehlinformationen. Das BESTE NETZ darf es nicht mehr sein. &#8222;E&#8220; wie Ersatz hei\u00dft es jetzt. Bei mir zuhause auf dem Lande ist selbst das BESTE NETZ nicht \u00fcberall zu finden, aber das &#8222;E&#8220;rsatzNETZ geht gar nicht.<\/p>\n<p>Ich schreibe diese Zeilen auf meinem iPad, offline versteht sich, und bin von der Qualit\u00e4t des Programms und besonders von der Soft Tastatur begeistert. Manche Funktion muss ich mir noch erarbeiten, aber daf\u00fcr gibt es ja Hilfe. Allerdings sto\u00dfe ich hier schnell an die Grenzen. Weitergehende Information zur Verwendung des Programms bekomme ich nur, wenn ich eine Online-Verbindung habe. Also doch. Ohne Netz nur ein halber Mann. Wie schon erw\u00e4hnt steht der Nachttisch meiner Frau in Spanien und da liegt es nahe, spanisch zu lernen. Babble lautet das Zauberwort. Spanisch f\u00fcr Anf\u00e4nger und Fortgeschrittene. Ein OnlineKurs im g\u00fcnstigen 6-Monatsabo. Ich melde mich an und seit dem \u00fcbe ich mich in spanischer Konversation. Die Software gef\u00e4llt mir. Ich bin motiviert und mache Fortschritte. \u00dcber Ostern bin in auf dem Campo in Denia unterwegs und versuche mich mit den ersten Bestellungen von Cortado und Tostada con tomate. 20 Lektionen umfasst der erste Kurs, dazu eine Reihe Wiederholungen und spezieller \u00dcbungen. Am Ende jeder Lektion wird die n\u00e4chste, folgende herunter geladen. Online eben. Meine zweite SIM-Karte im iPad bew\u00e4hrt sich vorz\u00fcglich. Ich bin \u00fcberrascht wie z\u00fcgig auch im ICE das Nachladen \u00fcber Mobile Daten flutscht. Nur heute nicht. Kein Netz. Kein Fortschritt. Das kommt mir spanisch vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B.J. Netzwerker 4. April 2016 Leben im Netz&#8230; &#8230; oder ein Leben ohne Netz Ein Leben ohne Netz ist denkbar, aber sinnlos. In Anlehnung an Loriots viel zitiertem Ausspruch beginne ich den heutigen Montag ohne Netz. Freiwillig? Nein ganz und gar nicht. 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